Der Kapitän und die Geister

Ganz normal kann das ja nicht sein, wenn man sich das Bild oben anguckt. Okay, es gibt Schlimmeres, aber das geht schon in die Richtung pathologisch.

Jedenfalls halte ich das Rangerfinder-Format mit möglichst vielen manuellen Knöpfen (also eigentlich nur die nötigsten, aber eben alle, die man braucht…) für das beste Design, wenn es um Kameras geht. Es muss nicht nur klassisch silber sein, aber ein evolutionärer Vorteil ist das definitiv, zumindest wenn es darum geht, bei mir den Vorzug gegenüber den aufgebalzten Dickgeschossen zu erhalten.

Ja, ich finde diese Kameras sexy und hoffe, dass ich jetzt nicht komisch klinge. Ich nehme sie jedenfalls nicht mit ins Bett. Meistens.

Aber worum geht es eigentlich?

Unperfektionismus

Natürlich um Kameras. Und manchmal auch darum, was man damit machen kann. Vielleicht auch noch um mehr, mal sehen, wo dieser Blog hinführt.

Vor allem geht es aber um spezielle Kameras, um ein ganz bestimmtes Format. Nach einer Vorgeschichte voller klobiger semiprofessioneller Spiegelreflexkameras habe ich mir vor Jahren eine Fujifilm X10 geholt, die für mich zunächst zur Einstiegsdroge in das Fuji X-System avancierte, dann aber viel mehr ausgelöst hat — die Sucht nach Bildern durch Kameras, die zwar Leistung und Handbedienung bei kompakter Form bieten, aber letztendlich im Gegenteil von Perfektionismus enden: Zufall. Charme. Mojo. So wie das Leben aus meiner Sicht, am schönsten, wenn es nicht perfekt ist, weil Perfektion gleichzeitig auch ein Endzustand, Starre, Langeweile ist, weil es danach einfach nichts Besseres mehr gibt, auf das ich mich freuen kann, sondern im Prinzip nur noch Absturz. Schon wieder eine Drogenanalogie.

Größenvergleich

Es muss nicht winzig sein oder auch nicht unbedingt so klein, dass man es kaum noch in der Hand halten kann – ich rede von so etwas wie einer RX100, die ich auch mal ausprobiert habe. Es muss erst recht nicht das gerade für ein paar Wochen mal wieder technisch Machbare sein, so etwa 42MP Full Frame, boah. Aber die theoretische (wenn auch praktisch nicht immer realistische) “Jackentaschentauglichkeit” bei gleichzeitigem Zauber des mechanischen Auslösers, das ist für mich der goldene Schnitt. Die beste Kamera ist die Kamera, die man immer dabei hat, sagt man. Ich würde ergänzen: die sich gut anfüllt beim Fotografieren, denn dieses gute Gefühl repliziert sich meiner Meinung nach aufs Bild. Eine DSLR ist es für mich jedenfalls nicht, bei aller verständlicher Berechtigung für diese Art von System.

Es geht aber vor allem darum,

  • dass keine Kamera perfekt und GAS ja wohl so etwas wie eine anerkannte (Sucht-) Krankheit ist, während Schreiben immer etwas Therapeutisches hat.
  • Dass bei mir noch ein paar andere alte Kameras herumfliegen, während von denen, die gegangen sind, wie bei den Geistern verblichener Hausbesitzer, immer auch ein Stück geblieben ist: Eindrücke, Erfahrungen, der Geruch alter Lederverkleidungen (puh, echt jetzt?), die ich gerne loswerden möchte.
  • Dass ich vor dem Anschaffen neuer Kameras immer wieder Tests und Foren durchwühlt habe, oftmals nur um festzustellen, dass zu jedem noch so guten Hardwaretest meistens so etwas wie das Langzeit-Gegenstück fehlt. ADAC guckt sich nochmal den Opel Kapitän an.

Das hat mich bewogen, mit diesem Blog anzufangen. Mal sehen, was daraus wird. Ich hoffe jedenfalls, dass die Reise einigermaßen spannend wird… wenn nicht, schreibe ich vielleicht morgen schon über something completely different, das behalte ich mir jetzt mal vor. Normal, ist ja mein Blog.

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